Zwischen frischem Obst, duftenden Backwaren und dem geschäftigen Treiben des Wochenmarkts in Geestemünde wurde der 06. Mai 2026 für uns zu einem besonderen Tag. Menschen blieben stehen, kamen mit uns ins Gespräch, lachten mit uns – und betrachteten den Alltag gemeinsam aus neuen Perspektiven. Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung setzten wir unter dem Motto „Diskriminierung verhindern – Teilhabe verbessern“ ein starkes Zeichen für Inklusion, Teilhabe und Menschenrechte – mitten im Leben der Stadt.
Im Mittelpunkt unserer Aktion stand die direkte Begegnung mit den Besucherinnen und Besuchern des Marktes. Unser Ziel war es, für die Rechte von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren und Inklusion im Alltag erlebbar zu machen. Unsere interaktive Stellwand entwickelte sich dabei zu einem zentralen Element. Mit der Frage „Was müsste sich in unserer Gesellschaft ändern, damit alle Menschen besser teilhaben können?“ regten wir viele Menschen dazu an, ihre Gedanken, Erfahrungen und Wünsche mit uns zu teilen. Begleitet wurde die Aktion von unserem Team Bildung und Qualifizierung sowie Teilnehmenden des Kurses „Politische Bildung“.
Wir präsentierten zudem ein abwechslungsreiches Angebot: Fruchtaufstriche, Chutneys und weitere Spezialitäten aus unserer Küstenschlemmerei standen für Qualität, Nachhaltigkeit, Regionalität und inklusive Beschäftigung. Gleichzeitig konnten sich die Besucherinnen und Besucher aktiv einbringen und ihre Perspektiven sichtbar machen. Mit kurzen, lebendigen Szenen griff unsere Theatergruppe „Crazy Impro“ Themen wie Diskriminierung, Ausgrenzung und Menschenrechte auf und bezog das Publikum unmittelbar ein. Für uns wurde dabei deutlich, was Inklusion bedeutet: nicht Theorie, sondern Begegnung, nicht Konzept, sondern gelebter Alltag.
Der Wochenmarkt wurde an diesem Tag für uns zu mehr als einem Ort des Einkaufens: Er wurde zu einem Raum für Austausch, neue Blickwinkel und die Erfahrung, dass Vielfalt unser Zusammenleben bereichert.
Thomas Stechel, Leiter unserer Küstenschlemmerei, zog ein Fazit: „Der Markt war für uns ein echter Erfolg. Die Produkteinführung der ZERO Produkte war super. Man hat gemerkt, wie bewusst die Menschen in der Zwischenzeit auf ZERO haltige Produkte Wert legen.“
Bereits am 05. Mai 2026 führten wir einen begleitenden Workshop unter dem Titel „Diskriminierung erkennen – verstehen – handeln“ durch.
Unser Einstieg in den Workshop begann mit einer grundlegenden Frage: Was ist Diskriminierung? Schnell wurde für uns alle deutlich, wie präsent das Thema im Alltag ist. Aussagen wie „Du bist behindert“, das Auslachen von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder einer Behinderung sowie Erfahrungen mit Bodyshaming beschäftigten uns intensiv. Eine Teilnehmerin brachte es treffend auf den Punkt: „Die Person muss mich nicht mögen, aber respektieren!“
Im weiteren Verlauf analysierten wir gemeinsam Bilder, die typische Alltagssituationen zeigten. Dabei ging es uns nicht nur um das Erkennen von Diskriminierung, sondern auch um unseren eigenen Umgang damit. Ein Beispiel lautete: „Was würdet ihr machen, wenn ein Mädchen von einer Gruppe ausgelacht wird?“ Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Einige von gaben offen zu, aus Angst eher weiterzugehen, während andere betonten, dass sie den Mut hätten einzugreifen oder sich Unterstützung zu holen, um gemeinsam zu handeln.
Neben der Bildanalyse spielte für uns auch der persönliche Austausch eine wichtige Rolle. Viele berichteten von eigenen Erfahrungen, die von verbalen Verletzungen bis hin zu körperlichen Übergriffen reichten. Diese Offenheit machte für uns deutlich, wie tiefgreifend Diskriminierung erlebt wird und wie wichtig geschützte Räume für solche Gespräche sind.
Zum Abschluss unseres Workshops führten wir ein Rollenspiel durch. Wir übernahmen unterschiedliche Rollen aus Alltagssituationen und stellten dar, wie sich verschiedene Formen von Ausgrenzung und Begegnung anfühlen können. Dadurch entstanden neue Perspektiven und ein besseres Verständnis für die Gefühle anderer. Am Ende des Workshops nutzten wir die Gelegenheit, uns noch einmal auszutauschen und unsere Wünsche für eine respektvollere und inklusivere Zukunft zu formulieren.
